top of page

CustomGPT zu Plugin migrieren: So rettest du deine GPTs vor dem 11. Dezember

26. Sept.
7 Min. Lesezeit

OpenAI hat diese Woche angekündigt, dass CustomGPTs ab dem 11. Dezember 2026 nicht mehr verfügbar sein werden. CustomGPTs war die Funktion bei ChatGPT, mit der man Assistenten bauen konnte, welche einen klaren Prozess oder eine klare Aufgabe immer nach Anweisung durchgeführt haben. CustomGPTs konnte man auch mit Freunden oder dem Team teilen, so dass diese inklusive der Anweisung damit arbeiten konnten. Um diese Funktionen den Nutzenden weiterhin zur Verfügung zu stellen, werden CustomGPTs von der Funktion "Plug-in" abgelöst. (wie die neue Funktion Plug-in funktioniert und wie du sie dir von 0 anlegst, erklären wir weiter unten noch genauer) Für uns als Erstes aber wichtig: Wie rette ich meine CustomGPTs vor dem 11. Dezember? Man kann ab jetzt bis zum 11. Dezember 2026 jeden CustomGPT zu einem Plug-in migrieren. Wichtig: Der Umzug passiert nicht automatisch, sondern du musst ihn selbst anstoßen. Was du bis zum Stichtag nicht migrierst, ist weg - inkl. Anweisungen, Dateien und allem, was du reingesteckt hattest.

In diesem Artikel zeige ich dir, was sich genau ändert, wie du dein Custom GPT zu einem Plugin migrierst, wie du ein Plugin von null baust und was mich an der neuen Funktion ehrlich gesagt noch nicht überzeugt.

Was sich ändert: die Fakten in 60 Sekunden

Bevor wir in die Anleitung gehen, die harten Punkte. Die kannst du direkt an dein Team weiterleiten.

  • CustomGPTs sind ab dem 11. Dezember 2026 nicht mehr verfügbar.

  • Nicht migrierte GPTs verschwinden – inklusive Anweisungen, Dateien und Setup.

  • Die Migration läuft über den Button „Zu Plugin migrieren" in der Oberfläche GPTs und muss aktiv von dir gestartet werden.

  • Nach der Migration lässt sich der ursprüngliche GPT nicht mehr bearbeiten. Alle Updates machst du ab dann am Plugin.

  • Jedes migrierte Plugin ist zunächst privat, auch wenn dein GPT vorher mit einer ganzen Gruppe geteilt war.


Was ein Plugin überhaupt ist und wo der Unterschied liegt

Ein Plugin in ChatGPT ist wie eine kleine App. Es entsteht auf Basis einer persönlichen Anweisung und vereint Skills und weitere Funktionen in sich. Ein CustomGPT war eine Anweisung plus Dateien. Ein Plugin ist ein Paket und ChatGPT legt dabei bei Bedarf automatisch eigene Skills an, die das Plugin nutzt.

Ein CustomGPT war ein Zettel mit Anweisungen, den du ChatGPT in die Hand gedrückt hast. Ein Plugin ist eine kleine App mit eigenen Fähigkeiten. Dadurch erhält man als Nutzender mehr Möglichkeiten, diese sind aber teils intransparenter als das bei einem CustomGPT der Fall war.


CustomGPT vs. Plugin: der direkte Vergleich

CustomGPT (bis 11. Dezember 2026)

Plugin (ab jetzt)

Anweisung im Formularfeld bearbeitbar

Anweisung nur über den Chat änderbar

Inhalt jederzeit vollständig einsehbar

Skills werden automatisch ergänzt, das Plugin bleibt teilweise eine Blackbox

Dateien im GPT hinterlegt

Dateien wandern bei der Migration mit

Freigabe bleibt bestehen

Nach der Migration erst mal privat, Link muss neu geteilt werden

Kein Export möglich

Plugin-Paket als ZIP herunterladbar und wieder hochladbar

Konfiguration über die Oberfläche

Erstellung und Updates über den Plugin Creator im Chat

Wird abgeschaltet

Wird weiterentwickelt

Deine CustomGPTs umziehen: Schritt für Schritt

Bevor du auf irgendeinen Button klickst, eine Sache: Sichere dir aus jedem GPT zwei bis drei vertraute Anweisungen und Prompts samt Ergebnis und kopier sie in eine Dokument. Damit kannst du hinterher vergleichen, ob das Plugin genauso gut arbeitet wie dein GPT. Ohne Vergleichsbasis merkst du entweder garnicht oder erst später, dass irgendwas schlechter geworden ist, und kannst nicht mehr auf die Anweisungen des GPTs zum Nachschleifen zugreifen.

Schritt-für Schritt Anleitung CustomGPT zu Plugin migrieren

1. GPTs öffnen

In der Seitenleiste auf „Mehr" klicken, dann auf „GPTs". Dort findest du den Bereich „Meine GPTs" mit allen GPTs aufgelistet, die du gebaut hast.

2. GPT auswählen

Beim gewünschten GPT auf „Zu Plugin migrieren" klicken. Der Button sitzt rechts neben dem GPT-Namen.

3. Migration starten

ChatGPT prüft jetzt Anweisungen, Dateien, Apps und Zugriff und zeigt dir für jeden Bereich an, ob es Probleme gibt. Passt alles, erscheint der Button „Zum Plugin migrieren". Ein Klick, fertig.

4. Plugin testen

Du siehst die Meldung „Dein Plugin wurde erfolgreich migriert" und hast zwei Optionen: „Im Chat testen" oder „Plugin bearbeiten". Nimm jetzt deine gesicherten Prompts und lass sie durchlaufen. Vergleiche die Ergebnisse mit den alten. Was abweicht, schärfst du im Chat nach.

Und jetzt das, was die meisten vergessen: die Freigabe

Ab dem Zeitpunkt, in dem du einen CustomGPT als Plug-in migriert hast, ist er nicht mehr verfügbar oder nutzbar für andere. Gleichzeitig ist aber jedes migrierte Plugin erst mal auf "privat" gestellt und muss aktiv nochmal mit dem Team, der Community oder den Kunden geteilt werden.

Das heißt für dich: Nach der Migration das Plugin neu teilen und den Link neu verschicken. Und allen Bescheid geben, die den alten Link irgendwo gespeichert haben.


Ein Plugin von null bauen: Schritt für Schritt

Du willst nicht migrieren, sondern neu anfangen? So gehts! :)


1. Plugins öffnen

In der Seitenleiste auf „Plugins". Hier liegen alle Plugins und Skills, die dir zur Verfügung stehen.

2. Plugin anlegen

Oben rechts auf das „+" klicken, dann auf „Plugin erstellen".

3. Creator starten

Jetzt startet im Chat der Plugin Creator mit „Hilf mir, ein Plugin zu erstellen …". Beschreib deinen Anwendungsfall in normaler Sprache. So, wie du ihn einer neuen Kollegin erklären würdest. Kein Prompt-Engineering nötig.

So sieht ein Briefing an den Plugin Creator zum Beispiel aus:

Hilf mir, ein Plugin zu erstellen, das aus einer groben Projektidee ein fertiges Projektbriefing macht. Zielgruppe sind Kolleginnen ohne Projektmanagement-Hintergrund. Ergebnis ist immer ein Steckbrief mit Ziel, Zielgruppe, Meilensteinen, Verantwortlichen und Deadline. Das Plugin darf höchstens drei Rückfragen stellen, wenn Informationen fehlen. Fehlende Termine oder Kapazitäten markiert es als offen – es schätzt sie niemals selbst. Tonalität: du, klar, ohne Floskeln.

Je genauer du beschreibst, welchen Regeln das Plugin folgen soll, was das Ziel und die Aufgabe ist, desto besser wird das Ergebnis für dich. Bei Plugins gelten die gleichen Regeln wie bei jedem guten Briefing an einen KI-Assistenten oder Agent: Kontext is key!

4. Plugin prüfen

ChatGPT baut daraus ein Plugin plus passenden Skill und liefert dir gleich einen Startprompt dazu. Über „Plugin öffnen" schaust du rein und siehst, was es angelegt hat.

5. Plugin testen

Unter „Plugins" → „Persönlich" findest du dein Plugin. Dort ansehen, im Chat testen, nachschärfen. Und zwar mit echten Aufgaben aus deinem Alltag, nicht mit Testbeispielen.

Schritt für Schritt Anweisung Plugin erstellen in ChatGPT

Pro-Tipp: erst testen, dann verfeinern

Du kannst das Plugin-Paket als ZIP herunterladen, den enthaltenen Skill anpassen und es über „+" → „Plugin hochladen" wieder einspielen. So wird aus der ersten Version 0.1.0 nach und nach euer echter Team-Standard. Und du hast eine Kopie bei dir liegen, was ich sehr empfehle für die persönliche Tool-Unabhängigkeit.


Was mich an Plugins noch nicht überzeugt

Jetzt mein ehrlicher Test: Ich finde die Richtung zu Plugins richtig, aber ich habe drei Kritikpunkte.

  • Du kannst ein Plugin derzeit nicht manuell aufbauen. Die Anweisung entsteht ausschließlich im Chat – und wird auch nur dort aktualisiert. Es gibt kein Feld, in das du deine sorgfältig formulierte Anweisung einfach reinschreibst. Wer beim CustomGPT jedes Wort selbst gesetzt hat, verliert hier Kontrolle.

  • Skills werden automatisch angelegt. Bei der Erstellung entscheidet ChatGPT, welche Skills dein Plugin braucht, und baut sie. Diese Skills kannst du über die Skill-Funktion manuell bearbeiten, das Plugin aber selbst nicht.

  • Damit bleibt ein Plugin teilweise eine Blackbox. Du siehst nicht zu hundert Prozent, was drinsteckt und warum es antwortet, wie es antwortet. Für private Notizen ist das egal. Für ein Plugin, mit dem dein Team Kundentexte schreibt, ist es das nicht.

Dazu kommt: Das ZIP-Paket kannst du zwar herunterladen und wieder in ChatGPT einspielen, in anderen Tools lässt es sich aktuell nicht nutzen.


Meine Einschätzung: Das hier ist Version 1. Ich bin ziemlich sicher, dass da noch Änderungen kommen, damit Plugins besser bearbeitbar und nachvollziehbar werden. Das Feature ist zu jung, um schon fertig zu sein.

Bis dahin gilt für dich: Dokumentiere deine Anweisungen zusätzlich außerhalb von ChatGPT. Wer seine Prompts und Anweisungen sauber bei sich liegen hat, ist bei jedem Tool-Wechsel im Vorteil und genau so ein Wechsel passiert hier gerade. Wie du so ein System aufbaust, zeige ich dir übrigens in unserem AI Bootcamp.

Deine Checkliste bis zum 11. Dezember 2026

Zweieinhalb Monate klingen nach viel. Sind sie nicht, wenn du einige GPTs im Einsatz hast und im Tagesgeschäft steckst. Arbeite diese Liste einmal ab, dann bist du durch:

  • Alle eigenen GPTs unter „Meine GPTs" durchgehen und entscheiden, was du wirklich weiterhin brauchst.

  • Von jedem GPT zwei bis drei typische Prompts plus Ergebnis sichern.

  • Anweisungen zusätzlich außerhalb von ChatGPT ablegen zur Sicherung.

  • Die GPTs zu Plugins migrieren, testen und Ergebnisse vergleichen.

  • Freigaben neu setzen und Links neu verschicken.

  • Team informieren, wenn ihr gemeinsam mit einem GPT gearbeitet habt und Zugang zum Plug-in geben.


FAQ: CustomGPTs, Plugins und die Migration

Wann werden CustomGPTs abgeschaltet?

Am 11. Dezember 2026. Nicht migrierte GPTs sind danach nicht mehr verfügbar.

Werden meine CustomGPTs automatisch migriert?

Nein. Du musst die Migration selbst über den Button „Zu Plugin migrieren" starten. Was du bis zum Stichtag nicht migrierst, ist weg.

Was passiert mit meinem CustomGPT nach der Migration?

Der ursprüngliche GPT lässt sich nicht mehr bearbeiten. Alle Änderungen und Updates machst du ab dann am Plugin, nicht mehr am GPT.

Bleiben meine Dateien und Anweisungen erhalten?

Ja. ChatGPT prüft bei der Migration Anweisungen, Dateien, Apps und Zugriff und überträgt sie ins Plugin. Das funktioniert aber nicht immer zu 100%. Deshalb: Teste deinen Plugin mit vertrauten Prompts und checke die Zugriffe, bevor du dich darauf verlässt.

Warum ist mein migriertes Plugin plötzlich privat?

Weil jedes Plugin in der Grundeinstellung privat ist – unabhängig davon, mit wem dein GPT vorher geteilt war. Du musst das Plugin nach der Migration neu teilen und den Link neu verschicken.

Kann ich ein Plugin manuell bearbeiten?

Aktuell nicht direkt. Die Anweisung eines Plugins erstellst und aktualisierst du ausschließlich über den Chat. Nur die automatisch erzeugten Skills lassen sich über die Skill-Funktion manuell bearbeiten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Plugin und einem Skill?

Ein Plugin ist das Gesamtpaket – wie eine kleine App auf Basis deiner Anweisung. Ein Skill ist eine einzelne Fähigkeit darin, die ChatGPT bei der Erstellung automatisch anlegt, wenn sie gebraucht wird.

Kann ich ein Plugin exportieren oder in einem anderen Tool nutzen?

Du kannst das Plugin als ZIP-Paket herunterladen und wieder in ChatGPT hochladen. In anderen Tools lässt es sich derzeit nicht einspielen.


Wenn du beim Umziehen nicht alleine sein willst: Im The Female AI Club treffen wir uns Anfang November in einem Online-Call, migrieren gemeinsam und teilen, was funktioniert und was nicht. Und wenn du deine KI-Systeme grundsätzlich so aufsetzen willst, dass dich die nächste Tool-Änderung kalt lässt, ist das AI Bootcamp dein persönlicher Startpunkt (auch buchbar als Team oder Unternehmen - melde dich dazu gerne bei uns direkt unter hi@thefemaleaiclub.com)

 
 
 

Kommentare


bottom of page